Montag, 20. Februar 2017

Wir alle werden älter und verändern uns

Hallöchen!

Nach der Ankündigung wird es jetzt etwas philosophischer werden. Gestern ist mir beim Lesen der Gedanken gekommen, dass sich mein Buchgeschmack geändert hat. Deswegen geht es heute darum wie ich mich und sich mein Buchgeschmack verändert hat und was ich daraus gelernt habe.

Wir altern und verändern uns nicht nur körperlich. Ich war vor über 4 Jahren noch ein kleines Mädchen, körperlich, geistlich und seelisch. Die Pubertät hat uns natürlich alle verändert, man entwickelt sich in dieser Zeit zu einem jungen Erwachsenen. Ich habe mich in dieser Zeit sehr verändert, genauso wie mein Büchergeschmack, meine Wahrnehmung und meine Sicht aufs Leben. Ich werde mich noch weiterentwickeln und möchte nicht die Große und Weise spielen, aber ich möchte meine Gedanken los werden:

Es ist nun schon über vier Jahre her seitdem ich zum Lesen gefunden, damals war ich 11 Jahre alt. Natürlich habe ich davor auch schon gelesen, aber nicht mit der selben Begeisterung wie heute und hauptsächlich Kinderbücher wie Lola, Conni und die wilden Hühnern. In dem Zeitraum vor 4 Jahren habe ich mich ziemlich alleine gefühlt und Bücher waren meine Rückzugsorte. (Deswegen auch mein Lieblingszitat: "It was books that made me feel that perhaps i was not completley alone")
Alleine in dieser Zeit (2-3 Monaten) habe ich mich wirklich sehr verändert. Davor war ich wirklich noch ein Kind und verstand nicht wie meine Freundinnen Twilight so toll finden konnten. War abgetan von Liebesschnulzen und fand und fand Jungs echt noch zum Kotzen.
Twilight hat mir meine Patin dann mit nach Hause gegeben und ich habe angefangen zu lesen und konnte nicht mehr aufhören. Ich habe die Bücher mindestens 8 Mal gelesen und die Filme konnte ich sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch auswendig. Wir waren im Urlaub und es hat nur geregnet und ich hatte nur den letzten Teil dabei. Ja dann habe ich das Buch in einer Woche 3 Mal gelesen.
Es ging weiter mit den "Chroniken der Schattenjäger", der "Göttlich"-Trilogie, "Tribute von Panem" und der "Edelstein"-Trilogie.
Was mir nie in die Hand gekommen ist Thriller und Krimis, diese aber bis heute nicht, und Liebesromane (für Young/ New Adult und Erotik war ich auf jeden Fall noch zu Jung).
Vor 2 1/2 Jahren fing es mit "Wenn ich bleibe" und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" an:
Auch Liebesromane haben sich in mein Herz geschlichen. Die Kinderbücher (Die wilden Küken, Die !!!, etc.) hatten sich nun endgültig verabschiedet.
Fantasy, Romantasy, Jugendbücher und Liebesromane waren der Mittelpunkt meines Leserlebens. Ab und an war auch mal eine Dystopie dabei. Die oben genannten Reihen fand ich immer noch super, auch wenn ich Twilight nicht mehr gehypt und über alles geliebt habe.
Seit gut einem Jahr wurde es in den Büchern dann schon etwas heißer und ich fing an die ersten New und Young Adult Romane zu lesen und auch das ein oder andere aus dem Genre Erotik.
Nur selten verwirrte sich ein Krimi/Thriller in mein Bücherregal.
Und dann sind wir schon im Hier und Jetzt angelangt:
Ich lese nun immer noch Bücher wie "Rubinrot", "Clockwork Princess" und auch mal wieder Twilight, aber nun sind die Protagonisten nicht mehr für mich so erwachsene, 4-Jahre-ältere Personen, sondern Mädchen mit denen ich mich identifizieren kann. Die Bücher meiner Kindheit sind immer noch in meinem Herzen und Conni will mich sowieso nicht loslassen :D Nun steht "After" neben "Twilight" und "Zurück ins Leben geliebt" neben "Rubinrot". Ich lese nun auch Bücher auf Englisch und Klassiker gefallen mir, vor denen ich vor 4 Jahren noch Angst hatte, und nicht nur die großen Bestseller stehen in meinem Regal, sondern auch Büchern von kleinen Verlagen und Selfpublishern.

Jeder von uns verändert sich nicht nur körperlich, sondern auch sein Geschmack, seine Auffassung und sein Charakter verändert sich. Das Ganze hängt aber nicht nur von der Natur ab, sondern auch von seiner Umgebung. Hätte ich nicht vor 2 Jahren meine Instagram Seite und vor 1 Jahr den Blog gegründet und würde mich nicht in dieser Community bewegen, würde ich sicherlich heute andere Bücher lesen.
Veränderungen sind gut, nicht alle machen uns im ersten Moment glücklich, aber wenn man nach Jahren darauf zurückblickt, denkt man sich: Vielleicht musste es genauso kommen, denn sonst stände ich jetzt nicht an diesem Punkt!
Ich für mich kann sagen, dass ich gewissen Leuten, die mich damals haben leiden lassen, heute in einem gewissen Sinne dankbar bin, denn sonst würde ich nicht gerade hier sitzen, in einem Zimmer mit 200 gelesenen Büchern, und würde das hier schreiben.

Lasst Veränderungen zu und seht nicht sofort alles Schlechte auch als schlecht an, denn in 5, 10 oder sogar 50 Jahren seit ihr an einem Punkt, wo ihr euch darüber freut!