Freitag, 29. April 2016

Tiefrgründig, emotional und romantisch - Hope Forever (Rezension)


Originaltitel: Hopeless
Autor: Colleen Hoover
Genre: Young/New-Adult
Seitenanzahl: 509 Seiten
Erscheinungsjahr: USA 2013, Deutschland 2014
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)


Inhalt:

Sky fühlt nichts, wenn sie einen Jungen sieht oder sogar küsst. Das hat sie noch nie, bis sie im Supermarkt Dean Holder begegnet und sofort entstehen bei ihr Schmetterlinge im Bauch. Aber Holder, wie er von allen genannt wird, hält sie eine Freundin aus Kindheitstagen und jagt Sky damit Angst ein. Nachdem sie von ihrer besten Freundin Six erfährt, dass er angeblich im Gefängnis war und sein Ruf an der Schule noch schlechter sei als ihrer, versucht sie auf Abstand zu gehen, doch seine magische Anziehungskraft verhindert dies.

Nach und nach lässt sie sich auf ihn ein und verliebt sich immer mehr in ihn. Nachdem sich Holders Vermutungen als wahr erwiesen haben und noch schrecklichere Erlebnisse ans Tageslicht kommen, ist er für sie die größte Stütze.

 
Meine Meinung:

Der Titel ist zum Einen sehr treffend, da mit Hope nicht nur die Hoffnung, sondern auch eine Person, die erst zum Ende des Buches auftaucht, gemeint ist. Der Originaltitel "Hopeless" passt aber doch besser, da Holder den Schriftzug "Hopeless" als Tattoo hat und dadurch der Titel eine noch tiefgründigere Bedeutung hat, denn es setzt sich aus den Namen „Hope“ und „Les“ (für Leslie) zusammen.
 
Das Tattoo ist gewidmet "An die Menschen in meinem Leben, für die ich in entscheidenden Momenten nicht da gewesen bin" (Hope forever, Seite 169).

Ohne den Prolog würde man erst recht nicht erwarten, dass etwas Schreckliches passiert. Am Anfang des Buches wird man mit in eine wunderbare Liebesgeschichte zweier junger Menschen hineingeführt. Ergänzt durch kleine Hinwiese, die andeuten, dass etwas nicht stimmt. Ab und zu gibt es Rückblicke in die Zeit vor 13 Jahren, so wird dem Ganzen die Spannung genommen, deswegen hätte man auf die Stellen verzichten sollen. Als es dann schon so gut wie auf der Hand liegt, wird das Leben vor Skys Adoption aufgedeckt. Obwohl man vieles schon erwartet hat, trifft einen der Schlag, denn es sind in der Vergangenheit schreckliche Dinge mit Sky passiert und ihr Leben wurde von Lügen geprägt.

Schön ist auch die Zeit- und Datumsangabe bei jedem Kapitel, so weiß man genau, wie viel Zeit vergangen ist. Dadurch hat man auch einen genauen Überblick und findet sich gut zurecht. Da der Prolog nochmal im letzten Drittel geschieht, weiß man, wie lange es ungefähr noch dauert und kann es noch weniger aushalten bis man weiß, was passiert.

Dass Sky weder einen Fernseher, noch ein Handy oder sonstige Unterhaltungselektronik hat, scheint am Anfang nur komisch, doch im Laufe der Geschichte erfährt man auch den Grund dazu. Skys Mutter Karen, welche behauptet, dass sie Sky mit fünf Jahren, nachdem sie zwei Jahre bei einer Pflegefamilie gelebt hat, adoptiert hat, hat ihre Tochter zuhause unterrichtet. Somit geht Sky zum ersten mal mit 17 auf eine Regelschule, dort hat sie bereits den Ruf als Schlampe und das nicht nur wegen ihrer besten Freundin Six, die für ein halbes Jahr nach Italien geht. Doch Sky hat von ihrer besten Freundin heimlich ein Handy geschenkt bekommen und steht ihr somit gedanklich bei. In der Schule lernt sie Breckin kennen, der ihr neuer bester Freund wird und schwul ist. Die SMS, die sich die zwei besten Freundinnen bzw. später auch Dean und Sky schicken, sind sehr lustig und geben der Geschichte auch den passenden Humor.

Da die Geschichte aus Skys Perspektive geschrieben ist, fühlt man besonders viel mit. Denn Sky ist von all den Emotionen am meisten betroffen und muss mit vielem klar kommen und einiges einstecken. Im weiteren Band „Looking for Hope“ wird die Geschichte auch nochmal aus Holders Sicht erzählt, was genauso wie Band eins sehr schön ist.

Zum Schreibstil von Colleen Hoover muss ich ja nichts sagen ...



Mal wieder eine Liebesgeschichte mit ein paar Problemen, aber am Ende sind alle glücklich, das war mein erster Eindruck vom Buch. Doch als ich es dann zu Ende gelesen hatte, war das Buch so vielschichtig, mit ernsten Problemen und zwar keinen Beziehungsproblemen.

 
Fazit:

„Hope forever“ ist viel mehr als nur eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, denn es geht auch um Ehrlichkeit, Geheimnisse und Familie. Der Leser fühlt alle Emotionen, die die Protagonistin empfindet, mit. Die Geschichte ist gut durchdacht und man wird selbst zum denken angeregt, denn wir alle könnten Erinnerungen aus unserer Vergangenheit verdrängt haben, die schlimme Ereignisse beinhalten. Empfehlenswert für alle, die gerne Liebesgeschichten lesen und sich im Young/New-Adult-Genre wohlfühlen.
Auch Band zwei, das Buch aus Deans Sicht, ist zwar nicht so überraschend, jedoch sehr gut. 
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